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	<title>Pfarre St. Nikolaus, Lech &#187; Predigten</title>
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	<description>Informationen und Neuigkeiten aus der Pfarre Lech</description>
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		<title>Über sieben Brücken musst du gehn. Predigt zum Sonntag 15.1.2012</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 19:03:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pfarramt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe an diesem Sonntag eine sehr gute Nachricht und eine weniger gute Nachricht für dich. Zuerst die sehr Gute: Jeder Mensch bekommt einen Ruf Gottes. Davon bin ich überzeugt, dass du einen persönlichen Ruf, eine Berufung durch Gott hast. Es ist wie eine Aufgabe, die nur für dich bestimmt ist. Gott führt dich einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe an diesem Sonntag eine sehr gute Nachricht und eine weniger gute Nachricht für dich. Zuerst die sehr Gute: Jeder Mensch bekommt einen Ruf Gottes. Davon bin ich überzeugt, dass du einen persönlichen Ruf, eine Berufung durch Gott hast. Es ist wie eine Aufgabe, die nur für dich bestimmt ist. Gott führt dich einen Weg, der auf dich abgestimmt ist.</p>
<p>Das ist oft kein leichter Weg! Schau doch auf Jesus, seine Jünger oder die, die wir als Heilige verehren. Das sind keine glatten, schaumstoffgepolsterten Biographien.  <span id="more-8358"></span>Das sind oft Wege mit Steinen. Wir stolpern oft. Wir verzweifeln manchmal. Wir wissen manchmal nicht mehr weiter.</p>
<p>Wer diesen eigenen Weg geht, der erfüllt eine Berufung. Die eigene Berufung können die Leute oft nicht formulieren. Denn das ist ein sehr persönliches, innerliches Geschehen, das einem oft die Sprache verschlägt. Erst am Ende des Lebens wird langsam deutlich, warum das alles passieren musste, was passiert ist.</p>
<p>Erst am Ende des Lebens können manche ihre „Lebensaufgabe“ sprachlich benennen. Oft hat dein Weg mit deinem Beruf, mit deinem Ehepartner, mit deinen Freunden zu tun, mit den Kindern, die du bekommen hast, mit dem Ort, wo du wohnst, sogar mit den Gästen, die sich bei dir anmelden.</p>
<p>Wenn du allerdings – immer wieder und immer intensiver &#8211; spürst, dass du den falschen Beruf gewählt hast, dann solltest du was ändern. Wenn eine Ehe zur Hölle wird und nicht aufhört eine Hölle zu sein (auch wenn du damals angeblich aus Liebe geheiratet und öffentlich ein Versprechen gegeben hast), dann ist es besser auseinanderzugehen. Wenn du auf Dauer und intensiv spürst, dass du am falschen Ort bist, dann solltest du umziehen, auch wenn es schmerzlich ist.</p>
<p>Die schlechte Nachricht: Wer dem Ruf Gottes nicht folgt und nicht folgen will, der wird erfahrungsgemäß immer härter, aggressiver und einsamer. Dessen Leben wirkt oft wie gebremst, gelähmt, aufgeregt und enthält viel, viel Ärger. Am Ende werden Menschen oft krank und müde. Die Buddhisten sagen das so: dieser Mensch ist nicht im Fluss des Lebens, nicht im QI.</p>
<p>Deshalb liegt viel daran, dass du den Ruf Gottes erkennst und hörst. Die heutige Beispielsgeschichte stammt aus dem Alten Testament. Es ist die Geschichte von der Berufung des Samuel. Ungefähr zwölf Jahre dürfte dieser Bub sein. Er ist Internatsschüler in der Tempelschule in Jerusalem. Sein Lehrer ist der alte Prophet Eli, ein Profi in Sachen Religion. Samuel kommt nachts und weckt ihn. „Du hast mich gerufen!“. Eli (ein wenig ärgerlich): „Geh wieder schlafen, ich habe dich nicht gerufen!“ Als das in dieser Nacht dreimal so passiert, geht dem alten Eli ein Licht auf und er sagt: „Wenn dich die Stimme wieder ruft, dann sage: Sprich, dein Diener hört!“. Die Geschichte endet mit dem lapidaren Satz: Und Samuel wuchs heran und keines der Worte, die Gott zu ihm sprach, ließ Er unerfüllt. Samuel hat seine persönliche Berufung bekommen.</p>
<p>P. Domogalla OFM hat gestern ein nettes Beispiel gepredigt: Wer im Gelände schifährt, muss einen sogenannten „Pieps“ dabei haben. Das ist Vorschrift. Im Falle einer Lawinenkatastrophe kann man den Verschütteten mit dem Pieps orten. Die Leute haben alle einen Pieps dabei, aber, bitte, man muss ihn auch einschalten!!! Sonst funktioniert er nicht, sonst meldet es kein Signal.</p>
<p>Um unseren Lebensweg zu verstehen, zu klären, zu erfahren müssen auch wir unseren inneren Pieps einschalten. Wir sollten ein Gehör entwickeln, ein Gespür für die innere Stimme. Wir dürfen Gott auch bitten, stürmisch bitten, dass er uns sagt, wo es lang geht. Manchmal gibt Gott die Gnade, unseren Weg zu verstehen. Manchmal braucht es drei Anläufe wie bei Samuel. Manchmal verstehen wir gar nichts und alles scheint sinnlos. Dann sollten wir ganz ruhig bleiben und auf Gott warten.</p>
<p>Ich bin sicher, Gott hat eine Berufung und einen Weg für jeden einzelnen Menschen. Du kannst ihm vertrauen ?<br />
________________________________________________________</p>
<p>Lasst uns beten für die katholische Kirche, du z. Z. eine Krise bei den Priesterberufungen durchzustehen hat.</p>
<p>Lasst uns beten für jene, die eine schwere Berufung bekommen haben</p>
<p>Lasst uns beten für jene, die sich um den Weg Gottes nicht scheren und auf dem Ego-Trip sind</p>
<p>Lasst uns danken für jene, an denen wir sehen, wie man auf schwierigen Wegen vertraut</p>
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		<title>Ein Haus voll Glorie oder ein Haus voll Schande? Predigt am Kirchweihsonntag 2011</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Jul 2011 12:05:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pfarramt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Pfarrgemeinde]]></category>
		<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Unsere Kirche St. Nikolaus in Lech wurde am 4.7.1975 eingeweiht. Immer wieder kommen Architekten, Professoren und ihre Studentinnen und Studenten zur Besichtigung. „Sehr schön, sehr gelungen! Eine der schönsten modernen Kirchen Österreichs“ sagen die. Das Lob gebührt dem Bauherr, dem damaligen Pfarrer Franz Eberle, dem damaligen Bürgermeister Robert Pfefferkorn, dem damaligen Kirchenrat und Bauausschuss.
Unsere Kirche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unsere Kirche St. Nikolaus in Lech wurde am 4.7.1975 eingeweiht. Immer wieder kommen Architekten, Professoren und ihre Studentinnen und Studenten zur Besichtigung. „Sehr schön, sehr gelungen! Eine der schönsten modernen Kirchen Österreichs“ sagen die. Das Lob gebührt dem Bauherr, dem damaligen Pfarrer Franz Eberle, dem damaligen Bürgermeister Robert Pfefferkorn, dem damaligen Kirchenrat und Bauausschuss.</p>
<p>Unsere Kirche St. Nikolaus: Das ist nicht nur das Gebäude, sondern auch das Volk Gottes, die Menschenkirche, die Gemeinde oder wie Paulus sagt: „das seid ihr, der Tempel Gottes“ (1. Kor.). Dabei fällt auf, dass die Gebäude derzeit in weit besserem Zustand sind als die Menschenkirche. Viele, leider viele junge Menschen gehen weg und treten aus. Sie sagen: ich brauche die Kirche nicht mehr, das Ganze sagt mir nichts. Warum soll ich Geld dafür bezahlen? Es gibt Lehrlinge, die bekommen noch vor der ersten Lohnauszahlung bereits eine Aufforderung zum Zahlen. Ich verstehe, dass man da einen richtigen „Walser-Zorn“ bekommen kann und weggeht.<span id="more-6845"></span></p>
<p>Das Problem ist nicht die Wut der Jungen, das Problem ist eher, dass mit den Jahren und Jahrzehnten der innere Kern der Kirche, nämlich der Glaube, die Hoffnung, die Botschaft Jesu unmerklich verdunsten. Die Gemeinschaft im Dorf, das Zusammenkommen am Sonntag, das Miteinander Beten und Aufeinander-Achten wird immer dünner. Am Ende bleibt nichts mehr übrig von einem gemeinschaftlichen Glauben und Hoffen. Das ist der eigentliche Schaden, nicht der fehlende Kirchenbeitrag.</p>
<p>Viele bleiben – auch in winterlicher Zeit!!! Das ist bei der derzeitigen Situation überraschend und äußerst erfreulich. Viele Menschen glauben noch an Gott, lesen die Bibel, feiern den Sonntag in einer Gemeinschaft mit, singen im Chor, sind Ministrantinnen, versuchen achtsam und liebevoll zu sein.</p>
<p>Triumphal steht die Kirche heute nicht mehr da.  Das Lied „Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land“ hat Joseph Moor (Stille Nacht, heilige Nacht) um das Jahr 1870 gedichtet. Es war die Zeit, als der Papst sich „unfehlbar in Glaubens- und Sittenfragen“ erklären ließ. Diese Zeiten sind vorbei. Das Lied kann man heute nicht mehr singen, wären da nicht die anderen Strophen von Hans Marx (nicht Karl!!).</p>
<p>Heute klingt das Lied eher so: Ein Haus voll Schande schauet – nicht mehr ins große Land. Klein wird sie, die Kirche Europas, und mit Schande ist sie getränkt. Sünden sind aufgedeckt worden, vertuschte Geschichten treten zutage. Der Ruf ist ruiniert, das Image so schlecht wie noch nie.</p>
<p>Und trotzdem bleiben Menschen in der Kirche und, die bleiben sind ja nicht alle naiv oder wahrnehmungsgestört. Sie sagen ein JA zur Kirche, weil darin IMMER NOCH das Allerheiligste durchscheint, weil IMMER NOCH die Botschaft Jesu verkündet und weil IMMER NOCH um Gerechtigkeit und Liebe gerungen wird. Die, die bleiben, können einen Moment ganz schön zornig werden über die Institution, aber sie bleiben, weil sie in Gott verankert sind, nicht im Vatikan. Sie würden sogar bleiben, wenn der Pfarrer von Lech Blödsinn macht, weil ihr Bezugspunkt nicht der Pfarrer, der Papst oder das andere Bodenpersonal ist, sondern Gott selbst.</p>
<p>Die Kirche Europas ist alt geworden. Sie ist wie ein Oldtimer. Das Auto vom lieben Gott ist derzeit ein Oldtimer. Wenn dieses Auto fährt, dann knattert, rattert und zittert alles. Es gibt eine Fehlzündung nach der anderen. Das Fahrzeug muss dringend zum Service, zu einem himmlischen Service, eventuell muss es ein III. Vaticanisches Konzil geben. Wir wissen nicht, was Gott vorhat. Vielleicht will er überhaupt ein neues, anderes Auto, einen Hybridwagen oder ein Elektroauto. Der alte große triumphale Bus, die alte Gloria-Limousine aber gibt es sicher nicht mehr, und wird es auch nicht mehr geben.</p>
<p>Jene Menschen, die bleiben, auf die setze ich meine Hoffnung. Sie sind es, die den Oldtimer liebevoll pflegen und in die Werkstatt Gottes stellen. Sie sind es, die tiefer sehen als die Oberfläche, tiefer lesen als der Boulevard und tiefer glauben als die Tagesmeinung. Sie sind in Gott verankert und nicht im Irdischen. Sie sind es, die die Kirche durch den Winter tragen. Deshalb sage ich euch heute, am Kirchweihsonntag, ein Dankeschön fürs Bleiben. Ihr seid der Tempel Gottes!</p>
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		<title>Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle wach &#8230; ? Predigt am Sonntag, 29.2.2011</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Mar 2011 11:41:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pfarramt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Pfarrgemeinde]]></category>
		<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Unser Gehirn hat eine wunderbare Fähigkeit entwickelt: das Planen. Wir Menschen können vorausplanen, „vorausdenken“ und vorsorgen.
Diese tolle Fähigkeit hat aber einen Hacken. Manche Menschen können nicht mehr aufhören, zu planen, zu denken und sich Sorgen zu machen. Besonders das Denken kann in die Falle einer Mühle geraten: sich ständig drehen, nachts Schlaf und Nerven rauben. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Gehirn hat eine wunderbare Fähigkeit entwickelt: das Planen. Wir Menschen können vorausplanen, „vorausdenken“ und vorsorgen.</p>
<p>Diese tolle Fähigkeit hat aber einen Hacken. Manche Menschen können nicht mehr aufhören, zu planen, zu denken und sich Sorgen zu machen. Besonders das Denken kann in die Falle einer Mühle geraten: sich ständig drehen, nachts Schlaf und Nerven rauben. Eine Frau sagt: „Ich wälze mich ständig in der Nacht und denke, es könnte meinen Kindern etwas passieren!“ Die Kinder sind über 30 Jahre alt. Eine andere Frau aus einem großen Hotel sagt: „Ich kann nicht mehr schlafen, weil der Koch gekündigt hat – und der Hausmeister auch noch“. Gerade die fleißigsten Menschen können in diese schreckliche Gedankenmühle geraten. Die Schlawiner und Schlamperer schlafen nach wie vor gut, denn sie leben sorglos, vermeintlich.<span id="more-5444"></span></p>
<p>Wenn man das Evangelium heute hört, möchte man am liebsten antworten: Herr Jesus, du warst nie im Tourismus beschäftigt, sonst könntest du nicht so locker sagen: Sorgt euch nicht um das, was ihr zu essen habt! Was nützen uns die Vögel des Himmels und die Lilien auf dem Feld, wenn wir Hochsaison haben und der Koch weg ist!?</p>
<p>Und doch sollten wir dieses Jesus-Wort nicht so zynisch abtun. Es verbirgt sich dahinter etwas Wesentliches. Jesus weiß sehr wohl, dass wir Brot zum Essen brauchen. Aber lebt der Mensch wirklich vom Brot allein? Er weiß sehr wohl, dass wir Kleider brauchen. Aber ist der Leib (ich zitiere den Text) nicht wichtiger als das Gewand? Wenn gutes Essen und schönes Gewand allein glücklich machten, dann wäre Hollywood das Paradies schlechthin. Allein, ich kann es nicht erkennen, wenn ich Nachrichten aus Hollywood lese.</p>
<p>Alle spirituellen Lehrer weisen in eine ähnliche Richtung wie Jesus. Der Buddha hat 600 Jahre bevor Jesus dieses Wort sagte, gemeint: Das Anhaften an die äußerliche Welt, das Haben, Kaufen, Planen und Sorgen bewirkt kein Glück, sondern Leiden.</p>
<p>Glücklich, ruhig und sorgenfrei, das kommt woanders her. Es ist die Geborgenheit, die von innen kommt. Die Christen nennen es „glauben“. Das Vertrauen auf den himmlischen Vater, der Glaube, dass „es recht wird“ wie es ist, der Glaube, dass sein Wille geschehen darf macht dich ruhig, gelassen und – glücklich J In dieser Haltung kannst du deine vielen Sorgen fahren lassen wie vorbeiziehende Wolken. In dieser Haltung entspannen sich verfahrene Situationen und sogar Köche und Hausmeister bleiben länger da.</p>
<p>Plötzlich kannst Du wieder schlafen und deine Kinder und Enkelkinder werden ganz von selbst erwachsen (mit dem ganzen Theater, das du selbst und auch sie durchmachen müssen). Ja, sie kommen dich sogar besuchen, weil du sie nicht mehr nervst mit deinen Idealbildern und sorgenvollen Gedanken. Sie sagen: Mama, Papa, ihr seid ja ganz locker geworden, was ist in euch gefahren!? Dann wirst du sagen: Das Wort Jesu vom Vertrauen ist in uns gefahren. Und wir schlafen seither besser, sogar ohne Schlaftablette.</p>
<p>Jürgen von der Lippe hat mal einen Schlager gesungen: „Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da? Habt ihr auch so gut geschlafen, na dann ist ja alles klar!?“ Nur, er hat keine Lösung für die Sorgen, die am Morgen erwachen. Sein Lied endet tragisch, nach einem Unfall, im Himmel, vor Petrus.</p>
<p>Jesus hat ein Lösung, die wir langsam und stetig einüben könnten: Vertrauen auf den himmlischen Vater statt herumsorgen und auf Morgen denken. Da ich Vögel gerne habe, gefällt mir natürlich der Vergleich: Lebt wie die Vögel des Himmels, schmettert euer Liedchen, ihr Könige des Luftraums! Seid fröhlich! Und die wilden Lilien auf dem Feld, die zwar nur einen Frühling lang blühen, aber so schön sind, dass Textildesigner sie als Vorbild für schöne Gewänder abmalen. Besser wir vergleichen uns mit der Natur als mit der Werbung in den Magazinen.</p>
<p>Sorgt euch nicht um die Dinge des Lebens. Euch soll es um das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit gehen. Ich sehe einen fröhlichen Jesus vor mir, der mit einem sorglosen Schlaf gesegnet war. Sogar im Sturm hat er im Boot gut geschlafen, wie du dich erinnerst. Guten Morgen, liebe Sorgen, auf euch pfeife ich. Amen!</p>
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		<title>Der Dreikönigs-Strudel. Predigt zum Fest Erscheinung des Herrn. 6.1.2011</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Jan 2011 20:05:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pfarramt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Pfarrgemeinde]]></category>
		<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Erscheinung des Herrn 2011-01-06
Ich möchte mit Ihnen einen Dreikönigsstrudel backen. Wie jeder gute Strudel besteht er aus der Fülle und dem Teig (echter selbstgemachter Strudelteig!).
Die Fülle dieses Strudels lesen wir bei Matthäus nach. Er hat das Evangelium des heutigen Festtags geschrieben (Mt. 2, 1 – 12). „Da kamen Sterndeuter aus dem Osten und fragten: Wo [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Erscheinung des Herrn 2011-01-06</strong></p>
<p>Ich möchte mit Ihnen einen Dreikönigsstrudel backen. Wie jeder gute Strudel besteht er aus der Fülle und dem Teig (echter selbstgemachter Strudelteig!).</p>
<p>Die Fülle dieses Strudels lesen wir bei Matthäus nach. Er hat das Evangelium des heutigen Festtags geschrieben (Mt. 2, 1 – 12). „Da kamen Sterndeuter aus dem Osten und fragten: Wo ist der neugeborene König? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen.“<span id="more-4947"></span></p>
<p>Die <strong>Weihnachtsgeschichte des Matthäus</strong> (zum Unterschied der Weihnachtsgeschichte des Lukas) nimmt die östliche Welt in den Blick, die Astrologen aus Babylon, die Priester des Zarathustra, die Heidenvölker. Hinter seiner Weihnachtsgeschichte verbirgt sich die Aussage: Gott ist diese Welt nicht egal und die Menschen darin auch nicht. Nein, Gott macht sich auf und manifestiert sich selbst in dieser Welt als Mensch. Wer Augen hat zu sehen, möge es doch sehen! Sein Stern ist aufgegangen. Die Heiden sehen das, die Babylonier haben es bemerkt. Warum ihr nicht, warum du nicht?</p>
<p>Diesen Gedanken bettet er in eine Geschichte, von der wir volkstümlich sagen, es ist die Dreikönigsgeschichte. Aber lassen Sie uns genauer hinschauen: Weise aus dem Morgenland, Sterndeuter aus Babylon, die den Sternenhimmel sehr genau kannten, sehen eine neuen Stern am Himmel. Sie machen sich auf und suchen. Einen langen Weg gehen sie, erzählt Matthäus. Zuerst landen sie bei der falschen Adresse, bei König Herodes. Der, erschrocken über einen Konkurrenten, lässt forschen. Diese Forschung in den eigenen heiligen Schriften gibt genau das Ziel der Reise an. Warum seid ihr so blind und erkennt es nicht, obwohl es in euren Büchern steht!? Denkt sich Matthäus. Die Sterndeuter kommen dann an ihr Ziel, das ihnen der Stern zeigt: zu einem Haus (kein Stall!), Maria und das Kind. Sie huldigen ehrfürchtig. Und Geschenke bringen sie, Kostbarkeiten. Der Traum weist sie „einen anderen Weg zurück in ihr Land“.</p>
<p>Diese Geschichte ist der Strudelteig, der alles zusammenhält. Im Laufe der Zeit haben wir diesen Teig ausgezogen, wie man eben einen Strudelteig ausziehen kann, immer weiter, immer größer.</p>
<p>Im 6. Jahrhundert bekamen  die Sterndeuter Namen: Kaspar, Melchior, Balthasar (Mosaik aus Ravenna 565 n. Chr. Die drei Weisen in altpersischer Tracht &#8211; ohne Kronen!!!).  Könige wurden wie im 9. Jahrhundert. Um das Jahr 1000 tauchten Reliquien der drei Könige auf. Nach Mailand kamen diese Reliquien nach Köln, und dort liegen sie heute noch. Immer weiter wurde der Strudelteig ausgezogen: im Alpenland kam der Brauch der Sternsingerei auf &#8211; mit allerlei Auswüchsen. Nach dem ersten Weltkrieg hatte die deutsche katholische Jugend die grandiose Idee einer Spendenaktion: Sternsingen für die Armen. Wir machen das heute noch und auch hier in Lech. Kinder verkleiden sich als Könige und gehen von Haus zu Haus. Es ist die größte Solidaritätsaktion im deutschen Sprachraum, immer noch größer als alle Weihnachts-TV Shows.</p>
<p>Aber, Schwestern und Brüder, wir möchten einen Dreikönigs-Strudel und keinen riesigen ausgezogenen Teig. Also, lasst uns diese lange, fast 2000 jährige Geschichte zusammenrollen und backen. Aber die Fülle dürfen wir nicht vergessen! Diese Fülle ist das eigentlich Leckere  und macht den Strudel zum Strudel. &#8220;Die Fülle&#8221; kennen Sie ja: Gottes Sohn ist erschienen und in diese Welt gekommen. Sein Stern leuchtet nicht mehr am Himmel, sondern er leuchtet in den Herzen der Menschen. Es ist wunderbar in seinem Licht zu leben. Ein Strudel ohne diese Fülle wäre eine trockene Angelegenheit. Also, <strong>auf die Fülle kommt es an</strong>. Guten Appetit!</p>
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		<title>Gott ist nicht so nett. Predigt am 4. Adventsonntag 2010</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Dec 2010 21:42:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pfarramt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Gott ist leider nicht so nett, wie wir ihn gerne hätten. Gott macht das Leben nicht kuschelweich und polstert die Kanten nicht mit Schaumstoff ab. Gott lässt sich nicht überreden, auch nicht mit Bitten und Betteln, nicht mit Geldspenden, nicht mit großen Kerzen. Die Propheten haben erfahren, dass es sogar gefährlich sein kann, sich mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gott ist leider nicht so nett, wie wir ihn gerne hätten. Gott macht das Leben nicht kuschelweich und polstert die Kanten nicht mit Schaumstoff ab. Gott lässt sich nicht überreden, auch nicht mit Bitten und Betteln, nicht mit Geldspenden, nicht mit großen Kerzen. Die Propheten haben erfahren, dass es sogar gefährlich sein kann, sich mit Gott einzulassen.</p>
<p>Ich nehme gleich vorweg: Es lohnt, Gottes Wege zu gehen. Letztendlich und oft durch viel Tränen und Kampf führen diese Wege ins Licht, in die Ruhe und, wenn wir das mal weltlich sagen dürfen, ins „Glück“. Auch heute sitzen Menschen hier, die einen langen Weg hinter sich haben. Oder einen langen vor sich haben. Gehen Sie ihn! Mit Mut und Vertrauen, wie Josef, von dem wir im Evangelium gehört haben.<span id="more-4807"></span></p>
<p>Josef, den wir den Nährvater Jesu nennen, den Mann Marias, hat eines Tages diese unglückliche Geschichte mit seiner Verlobten Maria mit Hilfe seines Hausverstandes und einer selbst ausgedachten schnellen Lösung beenden wollen. Ich verlasse sie im Stillen, dachte er. Aber, da kam ihm Gott in die Quere. Er sandte einen Engel mit einer Botschaft.</p>
<p>Solche Botschaften, von denen wir merken, dass sie nicht nur aus unserem Hausverstand und aus dem Gedankentrend der Gegenwart stammen, diese Botschaften können von oben kommen. Jedem Lebewesen gibt Gott seinen Engel mit, der ihm von mal zu mal was „flüstert“. Aber wie gesagt, diese „Engelsflüstereien“ sind weder esoterisch wohltemperiert, noch sind sie logisch. Solche Botschaften können sehr sperrig und herb sein.</p>
<p>„Nimm Maria als deine Frau zu dir!“ Josef kam sich vor wie ein „gehörnter“ Bräutigam. Seine Verlobte schwanger, das Kind nicht von ihm, die Nachrede im Dorf und (das ist jetzt meine private Bibelauslegung) die Enttäuschung über seine große Liebe. Wie konnte sie das ihm antun!? Es spricht von Edelmut, dass Josef die Verlobung im Stillen lösen wollte, keine öffentliche Anklage erheben und kein beleidigter Bräutigam spielen wollte.</p>
<p>In dieser Nacht aber kommt sein Engel und weist ihm einen anderen Weg. Einen Weg, der Größe braucht, noch mehr Edelmut und viel, viel Vertrauen. „Nimm diese Frau an und gib DU dem Kind den Namen!“ Josef erwachte – und tat es.</p>
<p>Der Weg ist nicht leicht, aber es ist der richtige Weg. Josef ist die Gestalt des vierten Adventsonntags. Dieser stille Mann hat mehr Weihnachtspower als alle großen Weihnachtsaktionen sonst. Dieses Vertrauen muss erst einer mal aufbringen!</p>
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		<title>Krippenfeier am 24.12.2010 um 17.15 Uhr</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Dec 2010 10:01:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pfarramt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Pfarrgemeinde]]></category>
		<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Es wird dämmern, wenn wir die Krippenfeier am Nachmittag des Heiligen Abends beginnen. Es wird NOCH NICHT Weihnachten sein, denn Weihnachten beginnt in der Nacht! In einer Nacht, die zu den längsten Nächten des Jahres gehört.
Für die Krippenfeier, die eine Einstimmung in den Heiligen Abend  (und noch keine Weihnachtsfeier!!!) ist, haben sich die Erstkommunionkinder was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wird dämmern, wenn wir die Krippenfeier am Nachmittag des Heiligen Abends beginnen. Es wird NOCH NICHT Weihnachten sein, denn Weihnachten beginnt in der Nacht! In einer Nacht, die zu den längsten Nächten des Jahres gehört.</p>
<p>Für die Krippenfeier, die eine Einstimmung in den Heiligen Abend  (und noch keine Weihnachtsfeier!!!) ist, haben sich die Erstkommunionkinder was ausgedacht, nämlich das <strong>Spiel &#8220;als die Tiere zur Krippe kamen&#8221;.</strong> Der Vorteil dieses Spiels liegt darin, dass eine Kuh, ein Esel, ein Schaf auf der ganzen Welt die gleiche Sprache &#8220;muht&#8221;. Also verstehen auch unsere internationalen Gästekinder, was da los ist. Am Schluss singen wir das österreichische Weihnachtslied &#8220;Stille Nacht&#8221; und entlassen euch dann leise und gespannt in den Heiligen Abend.</p>
<p>Frohe Weihnachten! Zur Erinnerung: Das größte Geschenk ist nicht in Geschenkpapier eingewickelt, sondern in Windeln. Euer Pfarrer Jodok Müller</p>
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		<title>Rorate für Kinder</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Dec 2010 09:38:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pfarramt</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Predigten]]></category>
		<category><![CDATA[kath. Jungschar]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Kinder,
ich staune, dass ihr heute Morgen so früh aufgestanden seid und jetzt schon in der kühlen Kirche sitzt. Wir haben alle Kerzen angezündet, damit die Dunkelheit ein bisschen weggeht. Die erwachsenen Leute sagen, dass die Kerzen „eine echt schöne Stimmung“ machen, aber es ist mehr als eine Stimmung. Wir warten. Wir warten auf Jesus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Kinder,</p>
<p>ich staune, dass ihr heute Morgen so früh aufgestanden seid und jetzt schon in der kühlen Kirche sitzt. Wir haben alle Kerzen angezündet, damit die Dunkelheit ein bisschen weggeht. Die erwachsenen Leute sagen, dass die Kerzen „eine echt schöne Stimmung“ machen, aber es ist mehr als eine Stimmung. Wir warten. Wir warten auf Jesus Christus. Ich sage jetzt bewusst nicht: wir warten auf das Christkind, sondern auf Jesus Christus. Natürlich warten wir auf den Heiligen Abend, auf das Geschenke-Auspacken und den Christbaum.</p>
<p>Wichtiger ist, was nicht in Geschenkpapier eingewickelt werden kann, wichtiger ist, dass wir auf Jesus Christus warten. Er kommt und klopft. Ich weiß nicht wann. Aber, wenn er kommt, sollten wir ein kleines Licht in uns tragen, damit es nicht ganz dunkel ist. Ein kleines Licht genügt. Dieses Licht heißt VERTRAUEN. Ohne Vertrauen herrscht die Angst. Ohne Vertrauen machen wir nämlich die Tür gar nicht auf. Und dann bleibt alles beim Alten.</p>
<p>So ist das Sitzen und Beten und Warten heute Morgen bei Kerzenschein eine Einübung ins Vertrauen.</p>
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		<title>Heute ist das Glück gekommen. Jesus und der Zöllner Zachäus. Predigt am 31.10.2010</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Nov 2010 11:35:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich war und bin kein guter Fußballspieler. Darüber bin ich richtig unglücklich, weil ich Fußball mag. Teamgeist, Laufen, Rufen, Frischluft, grüner Rasen und ein Tor, ein großes Ziel. Eine überschaubare Gruppe von Spielern, mit denen man feiern kann und ein Schiedsrichter, auf den man die ganze Wut abladen kann, wenn man verloren hat. Das alles [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war und bin kein guter Fußballspieler. Darüber bin ich richtig unglücklich, weil ich Fußball mag. Teamgeist, Laufen, Rufen, Frischluft, grüner Rasen und ein Tor, ein großes Ziel. Eine überschaubare Gruppe von Spielern, mit denen man feiern kann und ein Schiedsrichter, auf den man die ganze Wut abladen kann, wenn man verloren hat. Das alles sind gute Voraussetzungen für einen spannend-entspannenden Samstagnachmittag. Fußballspielen hat was Männliches, Gemeinschaftsförderndes und sehr Emotionales. Aber ich kann es eben nicht gut, leider!<span id="more-4506"></span></p>
<p>Als ich im Bundesgymnasium Bregenz Schüler war, wurde im Turnunterricht Fußball gespielt. Und das ging so: es wurden zwei Teammänner ernannt, die abwechselnd Mitspieler aufrufen durften. Ich war meistens, gemäß meiner Fähigkeiten, unter den letzten. Einmal jedoch gab es eine Überraschung. Es war in irgendeiner Turnstunde. Ein Teammann, der mir aus irgendeinem Grund nicht so sympathisch war, gab mir einen „Pass“, den ich in ein Tor verwandeln konnte. Es war ganz deutlich, dass er mir den Ball gönnte, denn er selbst hätte auch ein Tor schießen können. Die ganze Klasse war einen Moment lang in der Schockstarre, dass ich ein Tor geschossen habe (was es dann auch nie mehr wieder gegeben hat). Dem Bub habe ich das nie mehr vergessen und später ist daraus eine Bubenfreundschaft entstanden.</p>
<p>Genauso ergeht es im heutigen Evangelium dem Herrn Zachäus. Von Beruf ist er Zöllner und das sagt schon ziemlich viel aus: Kollaborateur mit der Besatzungsmacht, erpresserischer Zollhandel, Herumstochern in Koffern, Taschen, privaten Dingen usw. Alles in allem ist Herr Zachäus den Leuten unsympathisch bis ins Mark. Sie mögen diesen Kerl nicht und wollen mit ihm und seiner Familie nichts zu tun haben.<br />
Aber genau er, der sich im Baum verkrochen hat, er bekommt von Jesus einen Ball zugeworfen. Jesus registriert den kleingewachsenen Mann im Baum. Zu ihm, den sonst keiner berühren mag, sagt Jesus: Zachäus, heute Abend möchte ich bei Dir essen! Zachäus ist von den Socken, eilt nach Hause und richtet alles her. Als Jesus dann wirklich ins Haus kommt, passiert, was in einem Menschenleben selten, höchstens zweimal passiert: er kehrt um. Er verwandelt sich. Er bekehrt seine Existenz, er wird von innen heraus ein neuer Mensch mit neuen Handlungsansätzen und anderen Einstellungen. „Die Hälfte meines Vermögens gebe ich den Armen!“. Was für ein Satz für jemand, der bislang ein gieriger Beamter war! „Und wenn ich zuviel verlangt habe, gebe ich es zurück!“ Welch eine Bekehrung, was für ein Umdenken! Deshalb steht groß und machtvoll dieses Wort am Ende des Evangeliums: Heute ist diesem Haus das Heil widerfahren. Heute ist hier das Glück eingekehrt.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>SUCHEN und Finden. Predigt vom 12.9.2010</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Sep 2010 15:21:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pfarramt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Solange wir Menschen suchen, sind wir nicht verloren. Wenn wir nicht mehr suchen, geht es mit uns zu Ende. Leben ist Suchen. Leben ist nicht nur Haben und Besitzen, sondern vielmehr Suchen und &#8211;  manchmal &#8211;  Finden. Das Baby sucht die Mutter, der junge Mensch sucht das Abenteuer, der Wanderer die Heimat, der Bergsteiger den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Solange wir Menschen suchen, sind wir nicht verloren. Wenn wir nicht mehr suchen, geht es mit uns zu Ende. Leben ist Suchen. Leben ist nicht nur Haben und Besitzen, sondern vielmehr Suchen und &#8211;  manchmal &#8211;  Finden. Das Baby sucht die Mutter, der junge Mensch sucht das Abenteuer, der Wanderer die Heimat, der Bergsteiger den Gipfel, der Student den Abschluss, der Sesshafte den Auszug, der alte Mensch den Frieden, der Sterbende die Erlösung. Das ganze Leben ist ein Suchen.</p>
<p>Wer den Autoschlüssel verlegt hat und in einer halben Stunde beim Arzt in Bludenz sein muss, weiß, wie verzweifelte Suche aussieht; panisch, wild, unkontrolliert und blind. Im Stress ist man so blind, <span id="more-3956"></span>sodass man gar nichts findet. Braven Katholiken fällt dann der Hl. Antonius ein, aber Antonius lässt sich nicht stressen, er hilft, wenn er hilft langsam und gemächlich.</p>
<p>Auf der Suche nach dem Lebensglück gibt es den Irrweg „Sucht“. Sucht ist ein gieriges Suchen nach einem Mittel, das befriedigt (Alkohol, Internet, Casino, Sex, Tabletten…). Den Unterschied zwischen süchtigem und wertvollem Suchen findet man im heutigen Evangelium: es ist die Freude. Der Hirt mit seinem verlorenen Schaf und die Frau mit ihrer verlorenen Drachme sind beim Wiederfinden ganz weg vor Glück. Süchtige Menschen werden nicht glücklich, sondern für kurze Zeit befriedigt. Dann geht’s wieder los mit der Sehn-Sucht.</p>
<p>Wirklich gute Suche richtet sich auf etwas Wertvolles. Auf einen Menschen, ein Wunschkind, das Zurückkommen eines Familienangehörigen, einen neuen Arbeitsplatz, einen Wohnort, eine Charakteränderung, ein Lebensziel, ein Projekt, die Gesundheit, eine große Liebe.</p>
<p>Gute Suche ist nicht hektisch; ihr Ziel ist vernünftig und, wenn es sein muss, korrigierbar. Gute Suche ist ohne Druck. Die Paare, die bei mir heiraten, frage ich immer nach ihrer Liebesgeschichte und sie erzählen, dass sie ihre Partner oft auf wundersame Weise, zufällig und ohne Druck gefunden haben. Ihre innere Stimmung war einfach eine Sehnsucht. In keinem Fall war es ein verkrampftes Suchen mit Torschlusspanik. Verbissene Menschen sehen einfach unattraktiv aus.</p>
<p>Die beiden kleinen Gleichnisse des heutigen Evangeliums haben als Schlussakkord die Freude. (Ich wählte die Kurzfassung ohne das große Gleichnis vom verlorenen Sohn oder barmherzigen Vater).  Ein Schaf, das dem Hirt so wertvoll ist, dass er für einige Stunden die Herde den Hirtenhunden überlässt und den ganzen Weg zurückgeht in der Hoffnung, dass er es wiederfindet. Eine Frau, die eine ihrer Goldmünzen sucht. Ich vermute, dass es ich um einen Halsschmuck, eine Kette aus polierten griechischen Goldmünzen (Drachmen) handelt. So ein Häkchen kann mal aufgehen. Die schönheitsbegeisterte Frau bemerkt beim Nachpolieren ihrer Goldmünzen sofort, dass eine fehlt und beginnt eine große Suchaktion im ganzen Haus. Alles andere bleibt liegen und wird unwichtig (auch das Mittagessen für den Mann). So wie Jesus das erzählt, spürt man förmlich die Freude und den Seelenfrieden, die diese Frau nach dem Wiederfinden erfüllen.</p>
<p>Jetzt kommt die Pointe des Evangeliums: Gemeint sind ja letztlich nicht nur Schafe und Münzen! Gemeint bist ja Du! Um wie viel mehr wert bist du als ein Schaf und eine Goldmünze! Um wie viel größer ist die Freude im Himmel, wenn einer von euch, der verloren war, wiedergefunden wird!</p>
<p>Der hl. Antonius von Padua ist der Patron der Suchenden. Er hat im Repertoire nicht nur die Gegenstände des Alltags, sondern auch jene des großen Suchens: eine verlorene Liebe, einen verlorenen Glauben, einen verlorenen Menschen, einen verlorenen Frieden. Aber auch, wenn einer Gott verloren hat!!! Denn das ist sicher: Gott sucht dich und wartet auf dich unablässig. Die Frage ist, ob DU heimkehrst und dich finden lässt!?</p>
<p>In diesen Dingen dürfen wir, egal wie „dick oder dünn katholisch“ man ist, durchaus einmal den Hl. Antonius von Padua bitten: Hilf mir, das Wichtige im Leben zu finden. Oder Eltern: Hilf unseren Kindern, dass sie Gott nicht verlieren. Oder Jungendliche: Hilf mir, gelassen zu bleiben und einen guten Freund zu finden…</p>
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		<title>Leben als Luxusreise &#8211; von Höhen und Tiefen. Predigt am 6.6.2010</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 21:04:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pfarramt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die einen machen eine Fahrt ins Blaue, die anderen eine Fahrt in den Tod. Das sieht man manchmal auf Autobahnen: auf der gegenüberliegenden Spur Blaulicht, Polizei, ein zertrümmertes Auto oder Motorrad, zugedeckte Leichen. Und ich fahre auf der anderen Spur in den Urlaub.
Schreckliches und Schönes liegen oft nah beieinander.
Gestern war ich in Bregenz bei einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die einen machen eine Fahrt ins Blaue, die anderen eine Fahrt in den Tod. Das sieht man manchmal auf Autobahnen: auf der gegenüberliegenden Spur Blaulicht, Polizei, ein zertrümmertes Auto oder Motorrad, zugedeckte Leichen. Und ich fahre auf der anderen Spur in den Urlaub.</p>
<p>Schreckliches und Schönes liegen oft nah beieinander.</p>
<p>Gestern war ich in Bregenz bei einer Hochzeit: junge Leute, schöne Musik, Lachen, Tanzen und Fröhlichkeit. Bei dieser Gelegenheit besuchte ich nach der Messe eine mir von früher bekannte Frau im Krankenhaus in Bregenz. Ich bin erschrocken, wie alt sie geworden ist und wie schlecht sie ausschaut. „Ich hatte nie eine Familie, ja, dieses Glück hatte ich nie, es hat nicht geklappt“ sagt sie.</p>
<p>So nah lagen gestern Glück und Verzagtheit beieinander.<span id="more-3547"></span></p>
<p>Das heutige Evangelium schildert zwei Spuren, zwei Menschengruppen, zwei Richtungen von Leben. Der eine Trupp wandert mit Jesus in die Stadt Nain hinein. Sie kommen ans Stadttor. Es sind lauter junge Leute, charismatisch und voller Enthusiasmus, Jesus ist ihr Rabbi. Zur gleichen Zeit kommt aus Nain ein anderer Trupp, ein Leichenzug. Der einzige Sohn einer Witwe, wie es heißt. Viele begleiten sie, denn das ist ja wirklich ein schlimmes Schicksal, wenn eine Mutter ihr Kind begraben muss. Es nehmen viele Leute Anteil.</p>
<p>Normalerweise gehen die zwei Züge aneinander vorbei, so wie wir auf den Autobahnen aneinander vorbei fahren. Die fröhlichen Jungen wollen mit den trauernden Alten nichts zu tun haben. Aber Jesus stoppt den Leichenzug, berührt die Bahre und fragt nach.</p>
<p>Dann sagt er das Wort: Steh auf! Er sagt nur „Steh auf“ und, so ist es geschrieben, der Tote stand auf. Alle stehen verdattert da und Jesus gibt den Sohn seiner Mutter zurück.</p>
<p>Ob wir das jetzt, so wie geschrieben, glauben mögen oder nicht, dahinter könnte eine Grunderfahrung stecken, nämlich die Überraschung, dass nicht alles berechenbar ist. Das Leben hat seine Überraschungen. Manchmal entpuppt sich das Schmerzvolle als das Heilsame, das Schreckliche als das Glück. Manchmal wenden sich Schicksale. Manchmal genügt nur ein kurzes Wort, wie z.B. Steh auf! Und Menschen kriegen wieder Kraft und Hoffnung. Könnte es sein, dass nicht alles auf unsere Kraft zurückzuführen ist? Könnte es sein, dass manchmal Gott einbricht in den kläglichen Alltag? Könnte es sein, dass plötzlich die Spuren sich kreuzen und es verbreitet sich etwas ganz Leichtes und Sonniges? Wie wenn am Morgen die Sonne aufgeht statt die Wolken?</p>
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