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Ansprache zu Allerheiligen 2013

Ansprache zu Allerheiligen 2013

Was mir auf unserer Reise durch Ecuador am meisten abgegangen ist war das Trinkwasser aus dem Wasserhahn. Dass im Land am Äquator kein Wein wächst, wusste ich, aber, dass man so angewiesen ist auf „purified water“, das Nestlé in Flaschen füllt, war mir lästig. Da, wo ich wohne, am Arlberg, ist Trinkwasser griffbereit, ich bin nicht abhängig von einem Konzern und deren treibender Preispolitik. Schönes Leben hier, denke ich zufrieden.

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Predigt Dritter Fastensonntag: Das Pferdefleisch

Predigt Dritter Fastensonntag: Das Pferdefleisch

Ich möchte heute über eine meiner Lieblingsbeschäftigungen reden: übers Essen.

Ich bin kein Vegetarier. Aber ich habe Hochachtung vor vegetarischer und veganer Lebensweise. Diese Leute haben oft ein hohes Bewusstsein über Lebensmittel. Sie leben meist nachhaltig, d.h., sie futtern nicht gedankenlos, sondern achten darauf, wo und wie und wann die Dinge hergestellt und vermarktet werden.

Wie gesagt: ich bin kein Vegetarier und mir schmeckt sogar Pferdefleisch. Ich finde es nicht eklig. Scheinbar ekeln sich besonders die Briten vor Pferdefleisch. Eklig finde ich die Lügner (mehr…)

Pfingsten 2012 und der Dalai Lama. Eine Predigt zum Pfingstfest

Pfingsten 2012 und der Dalai Lama. Eine Predigt zum Pfingstfest

Der Dalai Lama ist dieser Tage in Österreich. Heute, Pfingstsonntag, besuchte er die Sonntagsmesse im Stephansdom in Wien, als Pilger, wie es hieß. Er saß dort still betend, schmunzelnd, interessiert schauend und Musik hörend in einer der vorderen Bänke. Der lächelnde, alte Mönch aus Tibet hat in den vergangenen Tagen buddhistische Unterweisungen gegeben. Er spricht lebendig, mit viel Gestik und in einem verständlichen Englisch.

Seine Worte und seine Botschaft sind für mich pfingstlich. Nicht, dass der Dalai Lama das Wort „Pfingsten“ in den Mund genommen hat, aber das, was er sagt, hat viel mit (mehr…)

Über sieben Brücken musst du gehn. Predigt zum Sonntag 15.1.2012

Über sieben Brücken musst du gehn. Predigt zum Sonntag 15.1.2012

Ich habe an diesem Sonntag eine sehr gute Nachricht und eine weniger gute Nachricht für dich. Zuerst die sehr Gute: Jeder Mensch bekommt einen Ruf Gottes. Davon bin ich überzeugt, dass du einen persönlichen Ruf, eine Berufung durch Gott hast. Es ist wie eine Aufgabe, die nur für dich bestimmt ist. Gott führt dich einen Weg, der auf dich abgestimmt ist.

Das ist oft kein leichter Weg! Schau doch auf Jesus, seine Jünger oder die, die wir als Heilige verehren. Das sind keine glatten, schaumstoffgepolsterten Biographien.  (mehr…)

Ein Haus voll Glorie oder ein Haus voll Schande? Predigt am Kirchweihsonntag 2011

Ein Haus voll Glorie oder ein Haus voll Schande? Predigt am Kirchweihsonntag 2011

Unsere Kirche St. Nikolaus in Lech wurde am 4.7.1975 eingeweiht. Immer wieder kommen Architekten, Professoren und ihre Studentinnen und Studenten zur Besichtigung. „Sehr schön, sehr gelungen! Eine der schönsten modernen Kirchen Österreichs“ sagen die. Das Lob gebührt dem Bauherr, dem damaligen Pfarrer Franz Eberle, dem damaligen Bürgermeister Robert Pfefferkorn, dem damaligen Kirchenrat und Bauausschuss.

Unsere Kirche St. Nikolaus: Das ist nicht nur das Gebäude, sondern auch das Volk Gottes, die Menschenkirche, die Gemeinde oder wie Paulus sagt: „das seid ihr, der Tempel Gottes“ (1. Kor.). Dabei fällt auf, dass die Gebäude derzeit in weit besserem Zustand sind als die Menschenkirche. Viele, leider viele junge Menschen gehen weg und treten aus. Sie sagen: ich brauche die Kirche nicht mehr, das Ganze sagt mir nichts. Warum soll ich Geld dafür bezahlen? Es gibt Lehrlinge, die bekommen noch vor der ersten Lohnauszahlung bereits eine Aufforderung zum Zahlen. Ich verstehe, dass man da einen richtigen „Walser-Zorn“ bekommen kann und weggeht. (mehr…)

Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle wach ... ? Predigt am Sonntag, 29.2.2011

Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle wach … ? Predigt am Sonntag, 29.2.2011

Unser Gehirn hat eine wunderbare Fähigkeit entwickelt: das Planen. Wir Menschen können vorausplanen, „vorausdenken“ und vorsorgen.

Diese tolle Fähigkeit hat aber einen Hacken. Manche Menschen können nicht mehr aufhören, zu planen, zu denken und sich Sorgen zu machen. Besonders das Denken kann in die Falle einer Mühle geraten: sich ständig drehen, nachts Schlaf und Nerven rauben. Eine Frau sagt: „Ich wälze mich ständig in der Nacht und denke, es könnte meinen Kindern etwas passieren!“ Die Kinder sind über 30 Jahre alt. Eine andere Frau aus einem großen Hotel sagt: „Ich kann nicht mehr schlafen, weil der Koch gekündigt hat – und der Hausmeister auch noch“. Gerade die fleißigsten Menschen können in diese schreckliche Gedankenmühle geraten. Die Schlawiner und Schlamperer schlafen nach wie vor gut, denn sie leben sorglos, vermeintlich. (mehr…)

Der Dreikönigs-Strudel. Predigt zum Fest Erscheinung des Herrn. 6.1.2011

Der Dreikönigs-Strudel. Predigt zum Fest Erscheinung des Herrn. 6.1.2011

Erscheinung des Herrn 2011-01-06

Ich möchte mit Ihnen einen Dreikönigsstrudel backen. Wie jeder gute Strudel besteht er aus der Fülle und dem Teig (echter selbstgemachter Strudelteig!).

Die Fülle dieses Strudels lesen wir bei Matthäus nach. Er hat das Evangelium des heutigen Festtags geschrieben (Mt. 2, 1 – 12). „Da kamen Sterndeuter aus dem Osten und fragten: Wo ist der neugeborene König? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen.“ (mehr…)

Gott ist nicht so nett. Predigt am 4. Adventsonntag 2010

Gott ist nicht so nett. Predigt am 4. Adventsonntag 2010

Gott ist leider nicht so nett, wie wir ihn gerne hätten. Gott macht das Leben nicht kuschelweich und polstert die Kanten nicht mit Schaumstoff ab. Gott lässt sich nicht überreden, auch nicht mit Bitten und Betteln, nicht mit Geldspenden, nicht mit großen Kerzen. Die Propheten haben erfahren, dass es sogar gefährlich sein kann, sich mit Gott einzulassen.

Ich nehme gleich vorweg: Es lohnt, Gottes Wege zu gehen. Letztendlich und oft durch viel Tränen und Kampf führen diese Wege ins Licht, in die Ruhe und, wenn wir das mal weltlich sagen dürfen, ins „Glück“. Auch heute sitzen Menschen hier, die einen langen Weg hinter sich haben. Oder einen langen vor sich haben. Gehen Sie ihn! Mit Mut und Vertrauen, wie Josef, von dem wir im Evangelium gehört haben. (mehr…)

Krippenfeier am 24.12.2010 um 17.15 Uhr

Krippenfeier am 24.12.2010 um 17.15 Uhr

Es wird dämmern, wenn wir die Krippenfeier am Nachmittag des Heiligen Abends beginnen. Es wird NOCH NICHT Weihnachten sein, denn Weihnachten beginnt in der Nacht! In einer Nacht, die zu den längsten Nächten des Jahres gehört.

Für die Krippenfeier, die eine Einstimmung in den Heiligen Abend  (und noch keine Weihnachtsfeier!!!) ist, haben sich die Erstkommunionkinder was ausgedacht, nämlich das Spiel “als die Tiere zur Krippe kamen”. Der Vorteil dieses Spiels liegt darin, dass eine Kuh, ein Esel, ein Schaf auf der ganzen Welt die gleiche Sprache “muht”. Also verstehen auch unsere internationalen Gästekinder, was da los ist. Am Schluss singen wir das österreichische Weihnachtslied “Stille Nacht” und entlassen euch dann leise und gespannt in den Heiligen Abend.

Frohe Weihnachten! Zur Erinnerung: Das größte Geschenk ist nicht in Geschenkpapier eingewickelt, sondern in Windeln. Euer Pfarrer Jodok Müller

Rorate für Kinder

Rorate für Kinder

Liebe Kinder,

ich staune, dass ihr heute Morgen so früh aufgestanden seid und jetzt schon in der kühlen Kirche sitzt. Wir haben alle Kerzen angezündet, damit die Dunkelheit ein bisschen weggeht. Die erwachsenen Leute sagen, dass die Kerzen „eine echt schöne Stimmung“ machen, aber es ist mehr als eine Stimmung. Wir warten. Wir warten auf Jesus Christus. Ich sage jetzt bewusst nicht: wir warten auf das Christkind, sondern auf Jesus Christus. Natürlich warten wir auf den Heiligen Abend, auf das Geschenke-Auspacken und den Christbaum.

Wichtiger ist, was nicht in Geschenkpapier eingewickelt werden kann, wichtiger ist, dass wir auf Jesus Christus warten. Er kommt und klopft. Ich weiß nicht wann. Aber, wenn er kommt, sollten wir ein kleines Licht in uns tragen, damit es nicht ganz dunkel ist. Ein kleines Licht genügt. Dieses Licht heißt VERTRAUEN. Ohne Vertrauen herrscht die Angst. Ohne Vertrauen machen wir nämlich die Tür gar nicht auf. Und dann bleibt alles beim Alten.

So ist das Sitzen und Beten und Warten heute Morgen bei Kerzenschein eine Einübung ins Vertrauen.

Kontakt

Pfarramt Lech | Dorf 15 | 6764 Lech am Arlberg | AUSTRIA | tel. +43 5583 2512 | fax +43 5583 2512-2 | pfarramt@pfarre-lech.at