Lecher Begegnungen Lecher Kirche gegen Kriegerhorn
Predigten

Leben als Luxusreise – von Höhen und Tiefen. Predigt am 6.6.2010

Die einen machen eine Fahrt ins Blaue, die anderen eine Fahrt in den Tod. Das sieht man manchmal auf Autobahnen: auf der gegenüberliegenden Spur Blaulicht, Polizei, ein zertrümmertes Auto oder Motorrad, zugedeckte Leichen. Und ich fahre auf der anderen Spur in den Urlaub.

Schreckliches und Schönes liegen oft nah beieinander.

Gestern war ich in Bregenz bei einer Hochzeit: junge Leute, schöne Musik, Lachen, Tanzen und Fröhlichkeit. Bei dieser Gelegenheit besuchte ich nach der Messe eine mir von früher bekannte Frau im Krankenhaus in Bregenz. Ich bin erschrocken, wie alt sie geworden ist und wie schlecht sie ausschaut. „Ich hatte nie eine Familie, ja, dieses Glück hatte ich nie, es hat nicht geklappt“ sagt sie.

So nah lagen gestern Glück und Verzagtheit beieinander. (mehr…)

Vom Sehen zum Hören. Und warum das Hören so schwer sein kann. Predigt zum vierten Ostersonntag

Vom Sehen zum Hören. Und warum das Hören so schwer sein kann. Predigt zum vierten Ostersonntag

Die Evangelien seit der Osternacht sind so aufgefädelt, dass es eine sinnvolle Kette ergibt: zuerst das SEHEN: das leere Grab, die Wunden, die Erscheinung des Auferstandenen im abgeschlossenen Zimmer, auf dem Weg nach Emmaus, schließlich am Ufer des Sees.

Dann das HÖREN. Das ist heute dran: die Stimme des Hirten!

Was tun Sie lieber? Fern-SEHEN oder Radio-HÖREN? Die meisten schauen lieber fern, es geht leichter und lockerer. Das Hören, das richtige, konzentrierte Zuhören (nicht die Berieselung) ist bedeutend anstrengender als zusehen. Das Hören ist schwieriger, aber es ist wesentlicher.

Eine Geschichte vom Hören habe ich diese Woche erlebt. Ein nicht  mehr ganz junger Mann meldete Hochzeit an. Dieser Mann wurde durchs Leben gejagt von verschiedenen Stimmen: die Stimme seiner Eltern, die Stimmgewitter seines Verwandtschafts-Clans. Folglich ging er in jene Schule und begann jenen Beruf und heiratete jene Frau, die von diesen Stimmen bestimmt wurden. Dafür bezahlte er einen hohen Preis: Seine Seele wurde krank, dann sein Körper. Leukämie. (mehr…)

Das Kreuz, der Missbrauch und Joseph Beuys. Karfreitagspredigt 2010

Das Kreuz, der Missbrauch und Joseph Beuys. Karfreitagspredigt 2010

Joseph Beuys sagte einmal: „Wunden, die man zeigt, heilen. Wunden, die man versteckt, heilen nicht.“ Beuys, Kunst-Professor an der Düsseldorfer Akademie, unverdächtig was Religion und Frömmigkeit anlangt, ist angeblich im Zweiten Weltkrieg als Pilot abgestürzt. Tataren fanden ihn, schmierten ihn mit Fett ein und wickelten ihn in Filzdecken. Das rettete ihn vor dem Erfrierungstod. Seine Kunst-Installationen aus Holz, Fett, Wachs, Filz und andere Materialien erinnern diese Errettung, zeigen die Angst und die Wunden eines Ausgelieferten. Vor 20 Jahren ist Beuys gestorben.

Im Ritual der Kreuz-Enthüllung, das in der katholischen Karfreitagsfeier durchgeführt wird, taucht dieses „Wundenzeigen“ jedes Jahr auf. Als junger Mensch dachte ich: „So ein Blödsinn, Nägel und Wunden an Händen und Füßen anschauen und dazu noch singen! (Seht das Kreuz an dem der Herr gehangen…).“ Nach acht Jahren Seelsorge im Krankenhaus und neun Jahren Seelsorge in Lech merke ich langsam, dass es doch nicht so dumm ist, Wunden anzuschauen, Lebenswunden zu besprechen, Schmerzen zu beweinen, ja sogar zu besingen. (mehr…)

Hirtenbrief von Bischof Elmar zum Thema

Hirtenbrief von Bischof Elmar zum Thema “Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche”

Hirtenbrief von Bischof Elmar 19.03.2010 (PDF-Datei)

Ich zaubere mir das Brot herbei. Predigt am 1. Fastensonntag

Ich zaubere mir das Brot herbei. Predigt am 1. Fastensonntag

Darauf führte ihn der Geist vierzig Tage lang in der Wüste umher,

und dabei wurde Jesus vom Teufel in Versuchung geführt. Die ganze Zeit über aß er nichts; als aber die vierzig Tage vorüber waren, hatte er Hunger.

Da sagte der Teufel zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl diesem Stein, zu Brot zu werden. Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot.

Lk 4.1 ff

Die erste Versuchung des Teufels ist das Brot. Diese Versuchung ist raffinierter als es auf den ersten Blick scheint. Denn es geht nicht nur um den Hunger und ein Stück Brot. Das würde Gott uns allemal gönnen. Es geht um Zauberei: mach aus Stein Brot. Es ist die alte alchemistische und zugleich sehr moderne Versuchung, aus niedrigem Material auf schnellem Weg Hochwertiges zu erzeugen (oder billigen Schund teuer verkaufen). (mehr…)

Das Jahr der Barmherzigkeit

Predigt zum 3. Sonntag im Jahr. Ein Gnadenjahr

Die erste Predigt Jesu in der Synagoge seiner Heimatstadt Nazaret. Er liest aus dem Propheten Jesaja einige Sätze vor, der letzte heißt: „Er hat mich gesandt … ein Gnadenjahr des Herrn auszurufen!“.

Was ist ein Gnadenjahr?

Das Gnaden- oder Sabbatjahr gab es in Israel alle sieben Jahre. Es enthielt folgende Regeln: (mehr…)

Wie Jesus einem frischgebackenen Bräutigam aus der Patsche hilft

Predigt zum 2. Sonntag im Jahr

Ich habe bei meinen vielen Hochzeiten noch nie erlebt, dass der Wein ausging. Europäische Wirte und Hochzeitspaare können genau kalkulieren, was sie brauchen. Zudem ist eine katholische Hochzeit überschaubar: das Ganze geht einen Tag und eine Nacht. Orientalische Hochzeiten hingegen feiern in der Regel sieben Tage und Nächte. Die Geschichte des heutigen Sonntags handelt vom kleinen Dorf Kana und einer jüdischen Hochzeit, die Gefahr lief in eine große Peinlichkeit zu rutschen. Hochzeitsgästen kann man nicht Wasser oder Joghurt oder Holundersaft vorsetzen. Das ist kulturell und gastronomisch unmöglich. Das Fest droht zu platzen – und der Bräutigam – damals scheinbar für den Wein verantwortlich – droht sich lächerlich zu machen. (mehr…)

Feiervorschläge für Herbergsbetriebe – Weihnachten 2009

Feiervorschlag_Herbergsbetriebe_2009

Eine Sperrmüllpredigt

Zum Sonntag der Weltkirche 2009 und zum Evangelium vom reichen Jüngling, der traurig wegging, als Jesus ihn aufforderte sein Zeug zu verkaufen.

Einmal habe ich einem Freund beim Umzug geholfen. Er hatte vierzehn altmodische Pullover, die mussten beim Umzug mit. Auf meine Frage, warum er das „alte Zeugs“ aufbewahrt, sagte er: einer ist ein Geschenk von Tante Mizzi, einer wurde von meiner ersten Freundin gestrickt, einen habe ich in Irland selbst gekauft und einer ist mir ans Herz gewachsen. Angezogen werden sie allesamt nie mehr werden, aber sie werden aufbewahrt.

Souvenirs in allen Ehren, aber sie können auch ganz schön belasten. (mehr…)

Der Supermarkt hat alles! Wozu noch Erntedank?

Predigt zum Erntedanksonntag am 27. September 2009

Wie muss ein Bauer auf Bürstegg (Hochsiedlung zwischen Lech und Warth, 1715 m Seehöhe) um das Jahr 1850 glücklich gewesen sein, als er seinen kleinen Heustock auf der Tenne und seine zwei Kühe und seine Ziege von der „Sommeralp“ zurück im Stall hatte. Da war der Dank körperlich fühlbar und Erntedank noch ein wirkliches Fest. (mehr…)

Kontakt

Pfarramt Lech | Anger 15 | 6764 Lech am Arlberg | AUSTRIA | tel. +43 5583 2512 | fax +43 5583 2512-2 | pfarramt@pfarre-lech.at