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Das war der Glockenguss 2011

Das war der Glockenguss 2011

Schon um 7 Uhr früh wurde der Kessel mit dem Kupfererz angeheizt. Vier bis fünf Stunden sind nötig, bis das Erz die erforderliche Temperatur von 1200° Celsius erreicht. Die Bronze besteht aus 78% Kupfer und 22% Zinn, sie hat im glühenden Zustand eine wunderbare orange-gelbe Färbung. Die Glockengießer nennen sie „die Speise“.

Eine Glocke hat eine lange Vorgeschichte, in der viele Fragen beantwortet und viele Vorarbeiten geleistet werden müssen. Wo wird die Glocke gegossen? Welchen Ton soll sie haben, in welchem Ensemble läutet sie? Welchen Namen, welche Aufschrift, welches Bild soll sie tragen? Unsere Zuger Glocke wird im Nominalton AS klingen. Das hat Mag. Fliri als Glockenreferent unserer Diözese festgelegt. Sie wird auf Wunsch unserer Glockenpatin Elisabeth Walch, die mit ihrer Familie die Glocke stiftet, eine Engelsglocke sein mit der Aufschrift „Im Gedenken an Angela Schneider“. Die Glocke wird eine moderne Engelsgrafik zeigen.

Für uns hat die Glockengießerei Rudolf Perner in Passau nach alter Methode und Tradition gegossen. Es wird ein gemauerter Kern aufgebaut, mit Lehmschichten umgeben, das Bild und die Schrift mit Wachs aufgebracht. Darüber kommt „der Mantel“ aus Lehm. Der Hohlraum entsteht, indem die sogenannte „falsche Glocke“ herausgeschlagen und der Mantel wieder aufgesetzt wird.

Traditionell wird an einem Freitag gegossen. 37 Interessierte aus Lech fuhren nach Passau und fanden sich am Freitag, den 3. Juni, gegen 11 Uhr in der Glockengießerei ein. Noch zwei andere Busse waren da. Drei Glocken für drei Pfarren wurden an diesem Tag gegossen.

Vor dem Guss wurde gebetet: „Gott, lass das Werk gelingen! Segne den Meister und alle, die hier arbeiten. Schütze unsere Gemeinde und unsere Pfarre durch deine Engel. Schütze die Familie unserer Glockenpatin Elisabeth. Lass diese Glocke nicht zum Krieg läuten, sondern zum Frieden und Wohlergehen. Die Engel mögen mit uns sein!“ Vater unser …

Beim Glockenguss selbst, ein kurzer, aber entscheidender Moment, herrschte große Ruhe. Wir waren über 50 Personen in der Halle, aber es war sehr still. Man hörte nur die Befehle des Meisters. Dann rann die Glockenspeise langsam in einem kleinen Bächlein in das Loch, wo unsere Glocke „festgemauert in der Erde“ war. Um 11.45 Uhr war es schon vorbei. Ob der Glockenguss geglückt ist, kann man erst Ende Juni sagen, wenn die Glocke abgekühlt, ausgegraben und das erste Mal angeschlagen worden ist.

Wir sind gespannt! Fotos gibt es wie gewohnt in unserer Bildergalerie!

Kontakt

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